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Buchempfehlungen der Redaktion Globalscout

 

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Das bewegt sich schon bei Schulkindern in so unglaublichen Dimensionen, dass es auf das Geschäftsleben übertragen ganze Onlineredaktionen bindet, diese "persönlichen" Kontakte zu pflegen.

Vom Kennen zum Kaufen

Wie man auf dem Weg vom Kennen zum Kaufen grundsätzlich vorgeht, darum geht es in dem dritten Nabenhauer-Sachbuch zu diesem Thema: "Dieses 184-seitige Sachbuch zeigt Ihnen, warum in der neuen Wirtschaft vor dem Geschäft die persönliche Beziehung steht!" heißt es zum Buch, und ich glaube, Olaf denkt genauso.

Inzwischen gibt es unzählige nützliche Helferlein, die einen mindestens zum Beispiel automatisch an den Geburtstag eines Kontaktes erinnern - ist ja auch sinnvoll für Leute wie Olaf und seinen Tausenden von Freunden und Geschäftskontakten. Wer seine Lebenszeit also nicht damit verbringen mag, sich persönliche Glückwünsche auszudenken, kann das der Maschine überlassen.

Aber wie genau kennt man nach diesem Schema jemanden so persönlich, dass man gerade deshalb von ihm - vertrauensvoll - kaufen sollte? Irgendwann erkennt man die computergenerierten Sprüche, und dann nerven sie nur noch.

Nach der Erfahrung mit Olaf lasse ich jetzt meinen Computer automatisch auf seinen Computer antworten. Meistens jedoch spamme ich den ganzen lästigen Kram einfach weg.

All diese XINGs, Facebooks mit ihren Vor- und Nachläufern haben nichts daran geändert, dass "jemanden persönlich kennen" für mich das Ergebnis einer wirklichen Eigenleistung bleibt. Wo Freundschaft drauf steht, sollte Freundschaft drin sein, genauso wie ich erwarte, dass Nabenhauer drin ist, wo Nabenhauer draufsteht. Sonst gehören die Helfer eben mit ins Impressum und auf den Titel. Darauf bestehe ich auch trotz des Gläsernen Konsumenten, den sich jeder Kontaktesammler jederzeit aus dem Internet und den Einkäufen mit Kundenkarte zusammenstellen kann. Nach meinen Erfahrungen erhöhen persönliche Kontakte, die ausschließlich über das Web entstehen, vor allem den Müll im Datenuniversum.

Ich plädiere also dafür, vor den Überschwang für die Sozialen Netzwerke eine Bestandsaufnahme mit den persönlichen Werten zu setzen. Das nämlich relativiert vieles. Mir ist zum Beispiel das Sein wichtiger als die Scheinbarkeit. Ich werde also kaum verstehen, warum jemand buchstäblich Tausende von persönlichen Kontakten hat und die auch noch (persönlich) so pflegen können soll, dass es mein Vertrauen rechtfertigt. Bei mir platzt dieses Modell in dem Moment, wo ich auch nur im Entferntesten das Gefühl habe, dass hinter dem Persönlichen eine gut bestückte Marketingabteilung sitzt, die mir die Illusion einreiben soll, ich würde den Boss persönlich kennen.

Nach den zwei Minuten mit Olaf war unsere "Freundschaft" beendet.

Die drei Nabenhauer-Bücher sind großartig und in vielerlei Hinsicht praktisch. Ich empfehle sie wirklich gerne - auch mit der Hoffnung auf die kritische Auseinandersetzung mit dieser Illusion von Freundschaft und persönlichem Kontakt. Denn das ist vermutlich der tatsächliche Nutzen dieser wie all der anderen Titel zu ähnlichen Themen. Wer sich als Konsument dann trotzdem darauf einlässt, macht es bewusst und kann auch die Verantwortung dafür übernehmen, wenn er als mutmaßliches Ziel hinter dem Ziel dieser Sachbücher getroffen wird:

Am Ende hat vor allem der Autor so viel Expertentum aufgebaut, dass im XING-Fall selbst die ursprünglichen Entwickler nicht mehr mitkämen. Genau dann nämlich beginnt der eigentliche Nachverkauf mit Komplettpaketen für das Marketing im Internet und in den Sozialen Netzwerken. Was Robert Nabenhauer und seine Redaktion versprechen, kann meiner Meinung nach nur umsetzen, wer sich einen wirklich großen Teil seiner Zeit ausschließlich in diesen Netzwerken bewegt. So funktioniert das Geschäft: Die einen ziehen die Reißleine und sind nicht mehr erreichbar. Andere dümpeln als Karteileiche in den Projekten irgendwelcher "Business"-Netzwerkbetreiber und bessern als wirksamer Köder für weitere Freunde von Freunden oder Kontakte von Kontakten deren Statistiken auf. Und dann gibt es noch diejenigen, die laut um Hilfe schreien, weil nichts funktioniert wie versprochen. Diese Hilfe wird dann gut und gerne angeboten.

Es gibt also durchaus Gründe, sich mit den drei Büchern aus dem Nabenhauer-Verlag zu beschäftigen. Erstens: Finden Sie den ehrlichen Marketingdialekt, der wirklich zu Ihnen passt. Zweitens: Erkennen Sie, warum jemand auffällig regelmäßig besonders nett zu Ihnen ist. Im Zweifelsfall verbannen sie ihn ein für alle Mal in den Spam-Müll.

Und Drittens: Verabschieden Sie sich von allen Freunden und Kontakten, die von Ihren Kriterien von Freundschaft und persönlichem Kontakt abweichen.

Olaf ist nicht mehr mein Freund. Sein Pressereferent und seine Marketingabteilung verzweifeln daran, wie sie mich persönlich wieder gewinnen können, denn ich habe alle meine - richtigen - Freunde inzwischen vor Olaf gewarnt. Und meine Freunde haben ebenfalls wieder viele Freunde von Freunden.


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