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Buchempfehlungen der Redaktion Globalscout


Dan White - Miese ChefsDan White
Miese Chefs

KEN. »Miese Chefs« ist ein ziemliches Antibuch zum Thema Führung in Unternehmen. Knapp 300 Seiten dick, und erst auf den letzten ca. 26 versucht Dan White dann doch ein bisschen die Wende zum guten Chef und dazu, wie man sich Tyrannen gegenüber verhalten sollte. Aber der Zug mit der guten Absicht ist bis dahin schon abgefahren.

 
 

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Brauchen wir wirklich ein Lehrbuch für Chefs, aus dem sie von den größten Tyrannen dieser Welt lernen, die Tausende von Menschen abgeschlachtet haben? Und hinterher kommt ein Pflaster drauf, und das war es? Ich finde, in diesem Buch stimmen die Proportionen nicht.

Bürotyrannen und ihre Schreckensherrschaft

Andererseits gibt es ein bedenkliches Phänomen, das an die öffentlichen Folterungen und Hinrichtungen erinnert, die es in manchen Ländern dieser Welt noch immer gibt. Auch in Stuttgart gibt es die Hauptstätter Straße, den letzten Weg der Verurteilten zu einem Platz, auf dem ihr Henker dann zuschlagen durfte. Für die, die gerade nicht die traurige Hauptrolle hatten, soll es Unterhaltung pur gewesen sein.

Heute schauen sich Millionen Menschen »Stromberg« an und sind froh, dass sie solch einen miesen Chef eben nicht haben. Es ist immer besser, wenn die anderen den Kopf verlieren. Und aus dem Fernseher kann selbst ein »Mad Man« nicht raus. Falsch! Denn Dan White hat gerade den Miese-Chef-Virus freigelassen, und ich bin nicht sicher, dass das Gegengift im letzten Kapitel reicht. »Shades of Grey« hat schließlich auch Millionen Leser gefunden. Wer wagt da noch zu kuscheln.

Vlad, den »Pfähler«, Iwan der Schreckliche, Dschingis Khan, Cali­gula, Ferdinand Marcos und deren weibliche Pendants, die Königinnen »Bloody« Mary von Eng­land und Isabella I. von Spanien zeigen miesen Chefs, wie sie die Fehler anderer nutzen und das Unglück ihrer Untergebenen maximieren. Herrschaft mit Gewalt. Nichts über solle Tyrannen ist wirklich witzig, auch wenn man das Glück hat, später geboren zu sein. Dan White überträgt die Prinzipien der Gewaltherrschaft in den beruflichen Alltag unserer Chefs. Ich zitiere:

  • »Zeigen Sie keinerlei Schwäche.«
  • »Lassen Sie niemanden wissen, wer Sie wirklich sind, Außer, Sie wollen ihm Angst machen.«
  • »Scheuen Sie keine Mühen, Ihre Angestellten daran zu erinnern, dass Sie Bodensatz sind.«
  • »Schaffen Sie ein Umfeld mit hohem Risiko und geringer Unterstützung für alle außer Ihnen selbst.«  

Irgendwann ging der Spruch durch die Seminare: »Ironie endet nicht umsonst mit -nie. So wie niemals!« Aber wenn ein ganzes Buch ironisch gemeint ist und dabei eigentlich auf das Gegenteil abzielt, dann macht es vermutlich die Rechnung ohne den Stress im beruflichen Alltag da draußen. Tyrannen brauchen schnellstens die rote Karte. Führung geht anders: lösungsorientiert und mit Chefs, die Vorbilder sind, ohne deshalb gleich Weicheier zu sein.

Alles andere führt die Mitarbeiter in den Burnout, wenn sie Glück haben, ins Coaching, wenn sie Pech haben, in die Therapie - oder vor den nächsten Zug.

Wenn Sie Chef sind, dann lesen Sie dieses Buch nicht. Wenn Sie Angestellter sind, dann verschenken Sie es nur des Titels wegen an ihren Chef, wenn Sie also bereits unter ihm leiden und sich anders nicht äußern können. Reichen Sie gleichzeitig Ihre Kündigung ein, denn Sie können sicher sein, dass er das Buch lesen wird.

Sollten Sie Ihr Arbeitsverhältnis aufrechterhalten wollen, dann empfehle ich Ihnen, »Gestört« parallel zulesen. Kerry Daynes und Jessica Fellowes schreiben darin, wie man Soziopathen am besten erkennt und sich vor ihnen schützt. Dan White jedoch beschreibt, wie Chefs dazu werden.

Sein Buch soll lustig sein und jederzeit das Gegenteil meinen. Das White weltweit Tausende Chefs durch Führungsseminare geschleust hat, könnte eine Menge Egoismus auf den Führungsetagen erklären. Ich glaube nicht, dass ein Lehrbuch für Gier, Skrupellosigkeit und Machtmissbrauch als Modell für Lernen an schlechten Beispielen dienen kann.

Aber ich schalte schließlich auch bei »Stromberg« ab. Und ich meine damit: aus!


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